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EinBlick

Hingucker aus Natur und Technik
In unserer Rubrik "EinBlick" zeigen wir Ihnen Schönes und Interessantes in Bildern.
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Die Heimkehr der Kröten

27.08.10 | Durch den Bau eines Staudamms in Tansania ist die Kihansi-Gischtkröte in freier Wildbahn ausgestorben. Eine ambitionierte Rettungsaktion bringt sie nun in ihr altes, leicht modifiziertes Habitat zurück.
© Julie Larsen Maher / Wildlife Conservation Society
Kihansi-Gischtkröte
Es ist das Jahr 2000: Forscher der Wildlife Conservation Society und tansanische Beamte dringen in das tiefe Grün des ostafrikanischen Urwalds vor. Dort in der Gischt am Fuße eines 800 Meter hohen Wasserfalls sammeln sie winzig kleine Kröten ein. Den gelben Amphibien - Nectophrynoides asperginis, als Jungtier noch auf dem Rücken der Mutter, sollen die Thermoboxen der Wissenschaftler das Leben retten.

Im Jahr davor machte der Bau eines Staudamms den Kihansi-Wasserfall in Tansania zu einem Rinnsal: Nur noch zehn Prozent der ursprünglichen Wassermassen stürzen seither den Fels hinab. Was für die Infrastruktur einen Segen war - der Damm deckt alleine ein Drittel der tansanischen Stromversorgung ab - wurde für die Kihansi-Gischtkröte zum Verhängnis: Der gischtbesprühte Lebensraum der Kröten schrumpfte drastisch und ließ der Population keine große Überlebenschance. So zogen die Wissenschaftler aus, um die Tiere zu retten. 499 Kröten wurden mit finanzieller Unterstützung der Weltbank, die auch den Dammbau gefördert hatte, eingesammelt, verschifft und erfolgreich in zwei US-amerikanische Zoos übersiedelt.

In ihrer neuen Heimat, dem Bronx- und dem Toledo-Zoo, fühlen sich die Tiere so wohl, dass aus den ursprünglichen 499 Amphibien mittlerweile 6500 geworden sind. Aus ihrem natürlichen Lebensraum waren sie jedoch bald gänzlich verschwunden. Dreizehn Jahre nach ihrer Entdeckung im Jahr 1996 wurde die Kihansi-Gischtkröte offiziell für ausgestorben erklärt.

Warum aber, dachten sich die Forscher, sollte man nicht - genauso wie in den Zoos auch - am Fuße des Kihansi-Rinnsals künstliche Gischt per Sprinkler erzeugen. Nun ist es soweit: Die Sprinkleranlagen sind installiert, und ein leichter Sprühnebel benetz wieder die Blätter unter dem ehemaligen Wasserfall. Vor ein paar Tagen wurden hundert Kröten in einer KLM Maschine nach Tansania chauffiert; derzeit residieren sie noch in der zoologischen Fakultät der Universität Dar es Salaam, wo eigens trainierte Pfleger sich um ihr Wohl sorgen - schon bald werden sie nach Hause zurückkehren.

Wer sich also in Zukunft in den Wäldern von Tansania über eine Sprinkleranlage wundert, der sollte genau hinschauen, denn vielleicht duscht sich dort gerade eine kleine gelbe Kröte. (vk)

Feldliniengeflecht

25.08.10 | Das Gewirr der Magnetfeldlinien in der Sonnenkorona ist nicht nur ästhetisch ansprechend - es verrät uns auf viel darüber, wann und warum die Böen des Sonnenwindes aufbrausen.
© NASA SDO/Lockheed Martin Space Systems
Magnetfeldlinien in der Korona
Das Sonnenbeobachtungsinstrument HMI des Solar Dynamics Observatory macht ansehnlich deutlich, wie sich das Gewirr feinen Magnetfeldlinien durch die Korona unserer Sonne schlängelt. Ende August 2010 entstand so auch diese Aufnahme, bei der die Feldlinien ein koronales Loch umtanzen, das sich gerade auf dem Sonnenball erdwärts dreht. Solche auf uns gerichteten Korona-Löcher - dunklere, kühlere und weniger dichte Bereiche auf der Sonnenoberfläche - gehen mit einem verstärkten Sonnenwind einher und den daraus auch auf der Erde bemerkbaren Effekten.

Ob von den Randbereichen des koronalen Loches Sonnenwinde ausgehen, ist dabei von der Ausrichtung und Struktur der lokalen Magnetfeldlinien abhängig: Im Bild kennzeichnen weiße Linien geschlossene Felder, goldene dagegen offene: nur letztere ermöglichen es geladenen Partikeln aus der Sonenumgebung zu entkommen und fördern den Ausstrom von dichtem Plasma; sie lassen den Sonnenwind also aufbrausen. In einem solaren Minimum des Sonnenfleckenzyklus - einer Phase, aus der sich die Sonne derzeit heraus entwickelt - finden sich die koronalen Löcher häufiger, dann vor allem aber in den Polarregionen der Sonne.

Der Biss des Terrorvogels

18.08.10 | Der riesige Vogel aus der Urzeit hatte einen eher laschen Biss. Möglich, dass er lieber zuschlug wie ein agiler Boxer. » weiter
Himmlische Bienenwaben

Regenloch

12.08.10 | Keine Schäfchen, sondern Ajourstrickmuster oder Bienenwaben zaubern diese Wolken an den Himmel über den Ozeanen. Doch wer sie betrachten will, braucht einen Regenschirm. » weiter

Eis auf Tour

10.08.10 | Seit wenigen Tagen ist der derzeit größte Eisberg der Nordhalbkugel unterwegs - gekalbt aus dem grönländischen Petermann-Gletscher. » weiter
© ESA
Kalbender Petermann-Gletscher
In den Morgenstunden des 5. August 2010 wurde der derzeit größte Eisberg der Nordhalbkugel geboren: Der Petermann-Gletscher im Nordwesten Grönlands verlor etwa ein Viertel seiner auf dem Meer treibenden Zunge - die Bildsequenz zeigt Satellitenaufnahmen vom 30. Juli, 4. und 7. August. Nun treibt eine gigantische Eisinsel, die ein knappes Drittel der Fläche von Hamburg einnehmen würde, in Richtung Nares-Straße zwischen Ellesmere Island und Grönland. Falls sich der 30 mal 14 Kilometer messende Riese dort nicht zwischen Inseln verfängt oder in immer kleinere Stücke zerbricht, dürfte er innerhalb der nächsten zwei Jahre den Atlantik erreichen, erklärt Andreas Muenchow von der University of Delaware. Da die Nares-Straße in den Sommermonaten für Eisbrecher passierbar ist, wird die weitere Bahn der Eisinsel per Satellit überwacht, um die Navigation der Schiffe zu unterstützen.

Der Petermann-Gletscher verbindet die Eisdecke im Innern Grönlands direkt mit dem Meer: Seine Zunge ragte 70 Kilometer weit ins Wasser hinaus. Dass der Gletscher kalbt, also Eisberge abbrechen, ist normal - schließlich bewegt er sich mit etwa einem Kilometer pro Jahr vorwärts. Einen derart riesigen Brocken allerdings hat es schon lange nicht mehr gegeben - am Petermann-Gletscher selbst waren zuletzt 1991 große Eismassen in Form von drei Eisbergen abgebrochen. Der letzte Gigant liegt sogar noch weiter zurück: 1962 hatte sich am Ward-Hunt-Eisschelf in der kanadischen Arktis eine Eisinsel von knapp 600 Quadratkilometer Fläche selbstständig gemacht - gefolgt von mehreren kleineren Abbrüchen in den letzten Jahren. (af)
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