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Quelle: BIOspektrum 2/2007
Der Kampf zwischen Mensch
und Mikrobe
Für gespitzte Ohren schildert
der bekannte Immunologe Stefan
Kaufmann in seinem Hörbuch die
Geschichte der Infektiologie, die
Grundlagen des Immunsystems
und der Impfungen sowie Seuchen
und ihre Auswirkungen. Aktuellen
Themen wie Vogelgrippe, Aids
und Bioterrorismus räumt er ebenso
Platz ein wie seiner Meinung zu
Forschungspolitik, Panik(mache)
in der Bevölkerung oder Fragen
zum Ethos des Forschens.
Wie bei allem nur akustisch Wahrgenommenem
gilt allerdings: Das
Wort ist flüchtig. Besonders die
komplexen Zusammenhänge der
Immunologie sind schwer nur über
einen Sinn wahrzunehmen und zu
verstehen. Wer sich nicht Notizen
oder Skizzen machen kann, wer
nicht bereits die dazugehörigen
Bilder im Kopf hat, ist schnell überfordert.
Die Kapitel über die
Geschichte sowie den allgemeiner
gehaltenen Teil über Infektionskrankheiten
kann man hingegen
auch auf einer Bahn- oder Autofahrt
anhören.
Leider schöpft der Verlag, in dem
bereits Hörtexte von namhaften
Wissenschaftlern wie Wolf Singer,
Gesine Schwan oder Jens Reich
erschienen sind, die Mittel des
Hörens nicht aus: Keine Musik,
kein Gespräch, keine Hörspiel-Szene
erleichtert die Wahrnehmung
oder gönnt dem Ohr „Verdauungshilfen“.
Für diese unaufwändige
Produktionsform ist der Preis
der CDs recht hoch.
Kaufmanns Texte sind präzise,
deutlich und fast wie frei gesprochen;
der Inhalt ist faszinierend
und lehrreich. Er erklärt die meisten
Fachbegriffe, dennoch werden
Fachwörter – wie Rezeptoren,
dichotom oder Phänotyp – vorausgesetzt.
Daher eignet sich die
CD mehr zur Wiederholung und
Vertiefung als zum Neu-Erfassen.
Wer statt immer nur mit Lehrbuch
und Computer auch einmal über
das Ohr lernen will und bereit ist,
dies in Häppchen und mit Rückspultaste
zu tun, liegt bei dieser
gut gemachten Vorlesung ohne Bilder
richtig.