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Mathematische Knobelei | 02.02.2007
» zur Lösung

Spalt mal wieder!

 
Forschung ist global! Forschung ist Teamarbeit! Forschung lebt vom Geben und Nehmen! Doch wie soll man forschen, wenn alle nur nehmen?
Es knattert und rattert im Institut für haarige Spaltungen der glorreichen Universität von Middelsix in Ohio. Knatternde Quelle des Ratterns ist der Zerfallszähler, den die hoffnungsvollen Jungforscher Lise Heitner und Otto Mahn an ihrem videoaktiven Element 42Knobelium angeschlossen haben. Wie sie in einer äußerst viel beachteten Publikation in der angesehenen Wissenschaftszeitschrift kÜnstLicH ausführlich dargelegt haben, schwindet das leidlich instabile 42Knobelium in unabhängig voneinander auftretenden Zerfallsakten, die makroskopisch einen exponentiellen Verlauf bescheren.

Doch nicht nur die natürliche Spaltung des Elements, bei welcher jedes Mal ein Geistesblitz abgestrahlt und vom Zähler registriert wird, vermindert den institutseigenen Vorrat an Knobelium. Auch die Begierlichkeiten der internationalen Kollegenschaft zehrt am Material. Zumal die Synthese des heiklen Isotops 42 bislang ausschließlich in Middlesix gelungen ist. Und so geht jeden zweiten Tag genau eine professorale Anfrage ein, ob Heitner und Mahn nicht eventuell ein bisschen ihres Knobeliums zu wissenschaftlichen Zwecken abtreten könnten.

Nun hat es mit dem Knobelium allerdings eine weitere seltsame Bewandtnis, die womöglich typisch für die gesamte Klasse der videoaktiven Stoffe sein könnte: Mit den bekannten experimentellen Methoden lässt es sich nur in zwei exakt gleich große Hälften teilen. Dabei eventuell auftretende Nachkomma-Atome verpuffen augenblicklich in allgemeines Wohlwollen.

So ist nicht mehr viel übrig von dem einstmals stattlichen Vorrat der beiden Wissenschaftler. Heute Morgen registrierte der Zerfallszähler noch 1000 Ereignisse pro Sekunde. Am Morgen zuvor waren es um die gleiche Zeit noch doppelt so viel. Und heute Abend, in genau 12 Stunden also, werden Heitner und Mahn eine Halbierung vornehmen, um äußerst ehrenwerten, aber leider weniger bescheidenen Kollegen eine Knobelium-Lieferung zukommen zu lassen. Eine Prozedur, die ebenfalls mit mathematischer Exaktheit alle 48 Stunden stattfindet.

Da ist es nur eine Frage der Zeit, am wievielten Tag von heute an gerechnet die Zerfallsrate unter den kritischen Wert von 10 Ereignissen pro Sekunde sinkt. Für Heitner und Mahn heißt es dann, die Teilchenbeschleuniger neu auszurichten und weiteres 42Knobelium zu synthetisieren. Wenn dann mal nicht die Geistesblitzrate bereits zu weit abgesunken ist für diese heikle Aufgabe. In wie viel Tagen ist es so weit?
 
Das mathematische Problem stammt von Univ.-Prof. Dr. Gerd Baron und Dr. Richard F. Mischak. Weitere Aufgaben finden Sie auf den Seiten des Wettbewerbs Jagd auf Zahlen und Figuren. Die erzählerische "Verpackung" gestaltete Dr. Olaf Fritsche.
 
Wann geraten Heitner und Mahn in Lieferschwierigkeiten? Schreiben Sie uns! Entweder per E-Mail an knobelei@wissenschaft-online.de oder postalisch an:

Spektrum der Wissenschaft Verlagsgesellschaft mbH
Stichwort: Mathematische Knobelei
Postfach 10 48 40
D-69038 Heidelberg

Einsendeschluss ist der 16. Februar 2007.
 
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