Alle Zweifel sind beseitigt, alle Mühen vergessen, alle Kritiker schweigen. Dem lange umstrittenen SETI(Search for ExtraTerrestrial penfrIends)-Projekt ist endlich Erfolg beschieden. Was den Forschern da in die Parabolschüsseln gegangen ist, übertrifft die kühnsten Erwartungen: nicht nur eine Nachricht, sondern ein kniffliger Intelligenztest - gerichtet an die Erdenbewohner.
"Wir hatten gehofft, irgendwann einmal Anzeichen für intelligentes Leben im Weltall zu finden", beschreibt Isabella Khu die Situation. "Nun stehen wir plötzlich vor dem Problem, beweisen zu müssen, dass wir selbst eine intelligente Spezies sind." Die Spezialistin für Astropsychologie weiß genau, welche epochale Aufgabe vor dem Wissenschaftlerteam liegt, dessen Leitung sie vor drei Wochen übernommen hat.
Damals wies ein durchdringendes Piepen den Knobelistik-Studenten Harribert Schwerfuß darauf hin, dass sein Computer fündig geworden war. Im Rahmen des Programms
Seti at my home, not yours hatte der Rechner nächtelang Signalrauschen aus dem Weltall nach regelmäßigen Mustern durchforstet, die nicht natürlichen Ursprungs sein konnten. "Als es zu piepen anfing, dachte ich zuerst, die Blechkiste hätte sich ein Virus eingefangen, und wollte schon vorsichtshalber die Festplatte formatieren", erinnert sich Schwerfuß. "Gerade noch rechtzeitig fiel mir die winkende Animation mit den tanzenden Aliens auf, und ich wusste - das ist der große Treffer, auf den wir alle gewartet haben."
Statt die Löschtaste zu drücken, rief Schwerfuß sofort bei I. Khu an, seiner regionalen Ansprechpartnerin für Verdachtsfälle. Die überprüfte augenblicklich alle Datenpakete, die innerhalb der vergangenen Woche an den Studenten gegangen waren. Binnen Minuten hatte sie mit mehreren Standardtests die schnelle Analyse bestätigt: Die Signale stammten von einer außerirdischen Zivilisation und waren direkt an alle Bewohner der Erde gerichtet. "Offensichtlich weiß man da draußen ziemlich gut über unser Sonnensystem Bescheid und kennt sogar die Frequenzen, auf denen SETI lauscht", mutmaßt Khu.
Etwa zehn Tage dauerte es, bis Khu und ihre Kollegen die Botschaft aus dem All soweit entschlüsselt hatten, dass sie deren Inhalt verstanden haben. "Ganz offensichtlich sind die Absender an einem bidirektionalen Austausch interessiert", erläutert die Astropsychologin. "Darum möchten sie erfahren, ob wir den ganzen Aufwand wert sind. Es ist eine Art Intelligenztest, den man uns geschickt hat. Und ich glaube, es wäre besser, wenn wir die Prüfung bestehen."
Die Nachricht besteht aus einer Abfolge von Symbolen, die offenbar nach einem bestimmten Schema gebildet werden. An zwei Stellen haben die Absender Lücken gelassen, welche es den zugrunde liegenden Regeln entsprechend auszufüllen gilt. Die von SETI veröffentlichte Liste sieht folgendermaßen aus:
*
*#
*##
*#*
*###
*##*
*####
*###*
*##*#
*#*##
*#####
*####*
*######
fehlende Angabe
*####*#
*###*##
fehlende Angabe
fehlende Angabe
*########
*#######*
*######*#
*#####*##
*#########
*########*
"Leider waren wir bislang nicht in der Lage, die ausgelassenen Symbolfolgen zu ermitteln", sagt Khu. "Wir bitten darum die knobelnde Bevölkerung um Mithilfe. Wissen Sie, was in die Lücken gehört?"
Ob intelligentes Leben da draußen ist, ist nicht länger die Frage - es fragt uns nämlich gerade, ob wir das überhaupt beurteilen können. Zeigen Sie's den kleinen Grünen da draußen, vervollständigen Sie die Folge und Schreiben Sie uns! Entweder per E-Mail an knobelei@wissenschaft-online.de oder postalisch an:
Wissenschaft Online GmbH
Stichwort: Mathematische Knobelei
Postfach 10 59 80
D-69049 Heidelberg
Einsendeschluss ist der 15. Juni 2006.