Manchen Menschen fällt es schwer, sich in die abstrakte Welt der Mathematik hineinzuversetzen. Gedanken, Ideen und Begrifflichkeiten der Mathematiker erscheinen oft „weltfremd“. Das war schon immer so. John Allen Paulos hat es sich nun zum Ziel gesetzt, die Gräben zu überwinden und eine Brücke zu bauen zwischen der subjektiv erlebbaren Alltagswelt und der Mathematik, die in seinem Buch „Es war 1mal …“ vor allem in Gestalt der Statistik auftritt. Der Autor benennt die Verbindungen zwischen den zwei Welten, zeigt aber auch Unterschiede und Grenzen auf. Das Alltägliche tritt im Buch über erzählte Geschichten in Erscheinung; Paulos behandelt individuelle Eigenschaften und Empfindungen anhand von ausgewählten „Beispielen“. Die Aussagekraft der Statistik basiert dagegen auf der Konzentration auf wenige Eigenschaften einer großen Stichprobe. Mathematischer und alltagsweltlicher Standpunkt werden ausführlich miteinander verglichen. Dabei zieht Paulos illustre Beispiele und spaßige Anekdoten heran. Das Ganze liest sich amüsant und abwechslungsreich, ist jedoch mitunter stark vom amerikanischen Hintergrund des Autors geprägt. Manchmal verliert sich Paulos außerdem zu sehr in seinen Geschichten. Besonders gelungen ist die Zurückführung vieler statistischer und logischer Begriffe auf ihren Ursprung in der Alltagssprache: Die Statistik, ja die ganze Mathematik ist ein aus dem menschlichen Bedürfnis nach Verstehen von alltäglichen Phänomenen erwachsener Komplex. — Fazit: Das Buch bietet interessante und teilweise überraschende Einblicke in ein interdisziplinäres Thema, gut lesbar sowohl für Nichtmathematiker als auch für Mathematiker.