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<em>Anomalocaris</em>, der Schrecken des Kambriums
Katrina Kenny & University of Adelaide
Anomalocaris, der Schrecken des Kambriums
Gestatten: Anomalocaris, der größte Räuber der Welt - wenigstens zu seiner Zeit, die allerdings mit gut 500 Millionen Jahren schon ein wenig zurück liegt. Damals, im Kambrium, gab es für das ausgewachsen bis zu einem Meter lange Wesen keine ernsthafte Konkurrenz, sondern weit und breit nur Beute. Die hat sich die "ungewöhnliche Garnele", so der wissenschaftliche Name übersetzt, sicherlich mit den zwei auffälligen Tentakeln geschnappt und zum Maul geführt. Ungemein wichtig für den Jagderfolg waren aber vor allem die hochleistungsfähigen Komplexaugen des Tieres, berichten nun John Paterson und seine Kollegen, nachdem sie gut erhaltene fossile Überreste eines Anomalocaris untersucht haben. Die Resultate der Forscher von der University of New England im australischen Armidale belegen auch eine schon ältere Hypothese über die Verwandtschaftsverhältnisse der Anomalocariden: Offenbar vertraten sie tatsächlich eine sehr frühe eigenständige Entwicklungslinie der Gliederfüßer - und sind damit so etwas wie Urvettern aller heute lebenden Insekten, Spinnen und Krebse. Die Gliederfüßer, so interpretieren die Evolutionsforscher die neuen Erkenntnisse, haben demnach überraschend früh ausgereifte und hochleistungsfähigen Augen besessen. Erst danach legten sie sich dann ihre heute klassischen Kennzeichen zu, etwa das Außenskelett oder die Gliederfüße: Beides fehlt der uralten Anomalocaris-Verwandtschaft noch.
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