Hören erfordert mitdenken. Wo mitdenken nicht möglich ist wie bei einer unbekannten Sprache versteht man nichts von dem Gesagten: kommt man nicht mit, kann man nicht folgen, "versteht" also nichts, und steht dann am Ende mit Nichts da, allein und einsam...
Reflexartiges Mitreagieren ist allgemein, wie es scheint, natürliche Grundlage sozialen Reagierens bis hin zu "spontanem" Mitgefühl und Mitleid und sonstigem, quasi "automatischen" Mitmachen.
Je besser dies selbst und gerade ohne Absprache aufeinander bezogen ist, umso "harmonischer" wird es bekanntlich empfunden und interessanter Weise als "stimmig" bezeichnet, dies auch deswegen, weil dann "stimmt", was und wie es sein soll: weil es den eigenen inneren oder natürlichen Neigungen "entspricht", mit ihnen also "übereinstimmt".
Zur Poesie Neigende reden dann vielleicht vom (inneren) "Einklang" oder "Gleichklang der Herzen". Andere halten dieses reflexhafte Mitreagieren für "Einfühlsamkeit" oder sogar für "Verständnis", das sie als "intuitives" Verständnis gegen tatsächliche Verstandesleistungen dann abgrenzen.
Die anschaulichsten Beispiele für diese natürliche Grundbereitschaft, auf andere und insbesondere auf "imposante" (durch ihre "Posen" imponierende) Vorbilder zu reagieren, sind die Phänomene der Gruppen- oder "Massenpsychologie", einschließlich der Massenpanik, aber auch die Verwunderung über Einsiedler, das "Befremden" vor ihnen wie auch ihre Bewunderung.
(Die Entwicklung eigenständigen, selbstbewussten und selbstbestimmten Handelns ist deswegen - neben anderem - nicht "selbstverständlich". Dazu bedarf es faktisch immer auch einer, nicht selten energischen, vielleicht sogar trotzigen "Abgrenzung" gegen andere, vor allem aber einer gewissen Anstrengung, eines Bemühens und Mühens 'gegen' die eigene Grundbereitschaft und natürliche Tendenz, es wie andere zu machen, sie nachzumachen oder zu imitieren, Zuflucht bei anderen zu suchen, sich bei ihnen aufgehoben zu fühlen, in der Gruppe aufzugehen oder gar zu verschmelzen.)
In unserer Titelgeschichte geht es diesmal um Friedrich II., den letzten Kaiser der Staufer, der schon zu Lebzeiten eine Legende war - und von den Forschern deshalb nur schwer greifbar ist. Zudem... »