szmtag
Spektrum der Wissenschaft spektrumdirekt Sterne und Weltraum Gehirn&Geist epoc SciLogs WIS wissenschaft-online naturejobs
 
Leserbrief | 27.07.2010
zu: Miteinander Reden bringt Hirne in Gleichklang

Psychologisch überrascht der Befund nicht

Hören erfordert mitdenken. Wo mitdenken nicht möglich ist wie bei einer unbekannten Sprache versteht man nichts von dem Gesagten: kommt man nicht mit, kann man nicht folgen, "versteht" also nichts, und steht dann am Ende mit Nichts da, allein und einsam...

Reflexartiges Mitreagieren ist allgemein, wie es scheint, natürliche Grundlage sozialen Reagierens bis hin zu "spontanem" Mitgefühl und Mitleid und sonstigem, quasi "automatischen" Mitmachen.

Je besser dies selbst und gerade ohne Absprache aufeinander bezogen ist, umso "harmonischer" wird es bekanntlich empfunden und interessanter Weise als "stimmig" bezeichnet, dies auch deswegen, weil dann "stimmt", was und wie es sein soll: weil es den eigenen inneren oder natürlichen Neigungen "entspricht", mit ihnen also "übereinstimmt".

Zur Poesie Neigende reden dann vielleicht vom (inneren) "Einklang" oder "Gleichklang der Herzen". Andere halten dieses reflexhafte Mitreagieren für "Einfühlsamkeit" oder sogar für "Verständnis", das sie als "intuitives" Verständnis gegen tatsächliche Verstandesleistungen dann abgrenzen.

Die anschaulichsten Beispiele für diese natürliche Grundbereitschaft, auf andere und insbesondere auf "imposante" (durch ihre "Posen" imponierende) Vorbilder zu reagieren, sind die Phänomene der Gruppen- oder "Massenpsychologie", einschließlich der Massenpanik, aber auch die Verwunderung über Einsiedler, das "Befremden" vor ihnen wie auch ihre Bewunderung.

(Die Entwicklung eigenständigen, selbstbewussten und selbstbestimmten Handelns ist deswegen - neben anderem - nicht "selbstverständlich". Dazu bedarf es faktisch immer auch einer, nicht selten energischen, vielleicht sogar trotzigen "Abgrenzung" gegen andere, vor allem aber einer gewissen Anstrengung, eines Bemühens und Mühens 'gegen' die eigene Grundbereitschaft und natürliche Tendenz, es wie andere zu machen, sie nachzumachen oder zu imitieren, Zuflucht bei anderen zu suchen, sich bei ihnen aufgehoben zu fühlen, in der Gruppe aufzugehen oder gar zu verschmelzen.)
Ingo-Wolf Kittel
iw.kittel@gmx.de

Leserbrief schreiben

zu 'Miteinander Reden bringt Hirne in Gleichklang'
nicht artikelbezogen

wird nicht angezeigt
E-Mail-Adresse darf angezeigt werden
Beitrag darf veröffentlicht werden
Folgende Zahl bitte eingeben.
Anzeige
 
Anzeige
 
Anzeige
 
Lesershop
Begleiten Sie in diesem interaktiven Lernspiel den kleinen Außerirdischen Sparky in einem Raumschiff quer durch unser Sonnensystem. »
In unserer Titelgeschichte geht es diesmal um Friedrich II., den letzten Kaiser der Staufer, der schon zu Lebzeiten eine Legende war - und von den Forschern deshalb nur schwer greifbar ist. Zudem... »
 
Abonnement
Testen Sie drei aktuelle Ausgaben von Sterne und Weltraum zum Vorzugspreis von EUR 15,30 inkl. Versand. »
 
Science-Shop
Manfred Spitzer
"Wir können es uns nicht leisten, nicht nachzudenken. Die Zeit ist reif für eine Aufklärung 2.0" »
 

Science Jobs der Woche


Mehr Jobs von naturejobs.com und Spektrum der Wissenschaft finden sie hier.
 

Spektrum finden Sie auch hier



 

DenkMal

Wie nannte Thomas Jefferson die Amerikaner in seiner ersten Version der Unabhängigkeitserklärung?
John Trumbull, US Capitol
Untertanen
Revolutionäre
Bürger
Souverän
© Spektrum der Wissenschaft Verlagsgesellschaft mbH
Impressum - AGB - Datenschutz - Spektrum Custom Publishing