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EinBlick | 09.03.2010 |

Verschoben

© Ohio State University
Großer Sprung
Afrika und Südamerika - einst im großen Südkontinent Gondwana vereint - driften auseinander: Millimeter um Millimeter, normalerweise. Bisweilen machen sie aber auch einen riesigen Satz, zumindest im geologischen Sinne.

So geschehen während des schweren Erdbebens Ende Februar in Chile: Mit einer Stärke von 8,8 auf der Richterskala gehört es zu den heftigsten Erschütterungen der letzten Jahrzehnte. Es zerstörte tausende Häuser und kostete rund 900 Menschen das Leben, als sich die Spannungen in der Erdkruste auf einen Schlag lösten. Doch damit nicht genug: Die Stadt Concepción, in deren Nähe das Epizentrum lag, rutschte um mehr als drei Meter nach Westen, Santiago de Chile und Valparaiso um immerhin dreißig Zentimeter. Selbst die weit entfernten Falklandinseln oder die Stadt Fortaleza in Brasiliens Nordosten bewegten sich noch etwas in Richtung Bebengebiet, maßen Geologen um Michael Bevis von der Ohio State University in Columbus.

Schuld daran haben natürlich die Plattenbewegungen: Vor der chilenischen Küste taucht die Nazca-Platte unter die Südamerikanische, was den Kontinent wie auf einem Fließband vorwärts zieht. Während des Subduktion genannten Prozesses verhaken sich die Erdteile immer wieder, und Spannungen bauen sich auf. Wenn sie sich ruckartig lösen, katapultiert es die überfahrende Platte, in diesem Falle also jene des Kontinents, in "Fahrt"richtung.
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