Um auf den Punkt zu kommen, die Gleichung lautet
G = R * fp * ne * fl * fi * fe * L
und funktioniert nach folgendem Prinzip: R ist (vereinfacht) die Anzahl in Frage kommender Sterne, fp der Anteil an Sternen mit Planetensystem, ne gibt an, wie viele davon erdähnliche Planeten besitzen, und so weiter. Eine genaue Erklärung der einzelnen Terme findet sich bei Wikipedia. In jedem Fall hat man am Ende aus geschätzten R=300 Milliarden Sterne eine Anzahl von G Zivilisationen gemacht, je nachdem für welche Werte man sich bei den eher spekulativen Faktoren ("Anteil der Planeten mit intelligentem Leben", etc.) entscheidet. Bei 10 000 kommunikationsbereiten Galaxien ergibt sich dann laut Drake eine Wahrscheinlichkeit von G / R = 0.000003 Prozent für einen zufälligen Kontakt mit E.T.
Da Backus aber ganz und gar irdische Kontaktaufnahmen im Auge hat, soll das Endergebnis Auskunft darüber geben, wie wahrscheinlich der junge Mann bei einem durchschnittlichen Kneipenbesuch seiner Traumpartnerin über den Weg läuft. Die Faktoren musste er daher ein wenig anpassen.
R ist für ihn als Engländer die Bevölkerung des Vereinigten Königreichs im Jahr 2007 (60 975 000), von der ihn allerdings nur 0.51, nämlich die fwomen interessieren. (Raymond Francis, einer von Backus' Vorgängern, legt in seiner Variation der Drake-Gleichung besonderes Gewicht auf die verschiedenen Schattierungen sexueller Vorlieben.) 13 Prozent der women leben in London, jede fünfte hat das passende Alter (24 – 34). Und weitere 26 Prozent davon haben einen Universitätsabschluss (schließlich sei auch Backus auf der Suche nach intelligentem Leben, das es freilich auch außerhalb der Alma Mater gibt, wie er freimütig einräumt).
Fehlt noch fB, wie "Body", denn das Körperliche soll nicht zu kurz kommen; jede Zwanzigste, schätzt Backus, würde er attraktiv finden. L ist in der Ursprungsgleichung die durchschnittliche Zeit, in der eine intelligente Zivilisation "auf Sendung" ist, also das Zeitfenster, in dem wir Kontakt aufnehmen könnten. Backus setzt hier seltsamerweise sein Lebensalter (31) ein, passender wäre hier wohl 10 Jahre – der Zeitraum, in dem eine Frau nach Backus' Vorstellungen im "richtigen" Alter ist. Allerdings vergisst er ohnehin, diesen Faktor einzurechnen. Weshalb wir am Ende bei einem zehnfach höherem Ergebnis landen.
Den bisherigen Berechnungen zufolge können sich also 105 109 Londonerinnen auf Avancen des Wirtschaftswissenschaftlers gefasst machen. Und genau hierbei sieht Backus anscheinend seine Chancen dramatisch schwinden. Weitere Faktoren (nur karge fünf Prozent werden ihn attraktiv finden, davon wird bestenfalls die Hälfte Single sein und mit niederschmetternden 10 Prozent käme Backus überhaupt klar) pulverisieren die Anzahl möglicher Partnerinnen auf müde 26 (laut unserer Rechnung: 260 oder eine Wahrscheinlichkeit von 0.000426 Prozent). Und damit landen wir bei der eingangs erwähnten Schlussfolgerung: Die Erfolgsaussichten von SETI sind nur wenig schlechter als die von Backus. "Gar nicht gut", meint dieser.
Mit den Gesetzen der Thermodynamik hat Diego Trujillo in einer Antwort auf Backus Berechnungen übrigens das Gegenteil bewiesen: Einen Partner zu finden, ist im Endeffekt wahrscheinlicher, als solo zu bleiben. Möglich macht's die Entropie im System Partnerwahl. Es sei denn, räumt Trujillo ein, Sie verrichten mal wieder Arbeit um den romantischen Energieausgleich zu verhindern: "Wusstest du schon, Liebling, dass sich interessanterweise anhand der Drake-Gleichung zeigen lässt, dass "
(Dank geht an Telepolis für den Hinweis.)





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