Was wirkt wie der Flur eines futuristischen Design-Hotels, ist der erste Waggon des "Science Express", einem 333 Meter langem Ausstellungszug mit dem programmatischen Titel Expedition Zukunft. Er soll zeigen, wie die aktuelle Forschung unser morgiges Leben beeinflussen könnte. Seit dem 24. April rollt er durch Deutschland, in insgesamt 62 Städten wird er für jeweils zwei oder drei Tage seine Türen öffnen.
Streifzug durch die Forschungslandschaft
Der Waggon "info + kogno" etwa beschäftigt sich mit der Schnittstelle von Hirnforschung, Computer- und Robotertechnik. Ein in Scheiben geschnittenes Glashirn zeigt, welche Areale beim Sehen, Riechen und Fühlen aktiv werden, optische Täuschungen machen die Funktionsweise unseres Denkorgans deutlich. Aber die Ausstellung spinnt die Forschung weiter: Werden wir mit der Verknüpfung von Kognitionswissenschaft und Informatik einst Roboter lebendig machen? Und ab wann ist ein Mensch ein Cyborg?
Die Liste der Förderer und Beteiligten zumindest ist lang: Max-Planck-Gesellschaft, Helmholtz-Gemeinschaft, Deutsche Forschungs-Gemeinschaft, Spektrum der Wissenschaft – die Logos auf dem Zug lesen sich wie das Who-is-Who der deutschen Forschungslandschaft. Ebenso vielfältig sind die Themen, die im Wissenschaftszug vertreten sind: Die Suche nach dem Ursprung des Lebens, Biotechnologie, Materialforschung, neuartige und traditionelle Energieressourcen, digitale Vernetzung, urbane Konzepte, Mobilität – es gibt kaum etwas, das in diesem Zug keine Erwähnung findet.
Breite statt Tiefe
"Die Besucher sollen einen möglichst breiten Einblick erhalten", erklärt Hämmerle das Konzept: "Das geht natürlich auf Kosten der Tiefe." So gibt es etwa ein schönes Miniaturmodell einer Brennstoffzelle, wie sie genau funktioniert, ist auf den Informationstafeln aber nicht zu lesen. Doch die Zurückhaltung ist gewollt. "Unser Ziel ist zu zeigen, was man mit Forschung machen kann. Und nicht, haarklein nachzubilden, wie etwas funktioniert", sagt Hämmerle.
Der Platz ist knapp
Schulklassen erhalten im Science Express eigene Führungen, im letzten Waggon wartet ein Mitmach-Labor auf junge Nachwuchsforscher. Vormittags ist es für Schulklassen reserviert, nachmittags für jedermann offen. Das Interesse ist groß – und die Ausstellung entsprechend beengt. Bislang kamen im Schnitt 1500 Menschen pro Tag, Wartezeiten und kleinere Staus sind auf dem Weg durch die Ausstellung programmiert. "Man muss schon etwas Durchhaltevermögen mitbringen", gibt Hannelore Hämmerle zu. Auch die Lautstärke ist zuweilen hoch, bestärkt noch durch die zahlreichen Audio-Elemente: Aus Lautsprechern klackert, brummt und piepst es, dazu kommen die Geräusche von verschiedenen Exponaten.
Die nächsten Stationen der "Expedition Zukunft" sind: 10. bis 12. Mai: Hannover, 14. bis 16. Mai: Aachen, 17. bis 19. Mai: Dortmund. Weitere Haltestellen: Expedition Zukunft, Tourdaten


Freie Wissenschaftsjournalistin 





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