Schwerpunkt HIV
Lässt sich eine HIV-Infektion besiegen?
Eine HIV-Infektion wäre erst dann geheilt, wenn der Erreger auch aus seinen Verstecken im Körper vertrieben werden kann. Noch ist das Ziel fern. Doch die Forscher konzipieren neue Therapien.
Dringend möchten die Forscher deswegen herausfinden, wie es dem Aidsvirus wohl gelingt, im Körper zu überdauern – trotz der scharfen Medikamente. Einige Blicke hinter dieses Rätsel waren den Fachleuten in den letzten zehn Jahren schon vergönnt. Ob es jemals möglich sein wird, HIV-Patienten von dem Erreger wieder völlig zu befreien, werden wir wohl nur wissen, wenn wir sein Verhalten wirklich verstehen.
Zunächst: Wie sieht das typische Verhalten von HIV bei einer Infektion aus? Wie alle Viren benötigt der Aidserreger zu seiner Vermehrung Zellen des Körpers. Er befällt sie und missbraucht ihre Synthesemaschinerie für neue Kopien seines Genoms und die Herstellung neuer Proteine. Daraus entstehen dann neue Viruspartikel oder Virionen, die weitere Zellen infizieren. Doch anders als die meisten anderen menschlichen Viren baut HIV sein Genom fest in das der Wirtszelle ein. Dadurch werden bei jeder Zellteilung auch seine Gene mitkopiert und an die Tochterzellen weitergegeben. Das bedeutet: Solange irgendwelche infizierten Zellen weiterleben oder ihre Abkömmlinge existieren, verschwindet das Virus nicht aus dem Organismus


Mario Stevenson hat die David-
Freelander-Professur für Aids-
Forschungim
Programm für Molekulare
Medizin an der Medizinischen
Fakultät der University of
Massachusetts in Worcester inne.
abrufen





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