Rauchen
Schlafentzug durch Nikotin in Muttermilch
Die Forscher zeichneten über jeweils dreieinhalb Stunden mit so genannten Aktigraphen – Geräten, die die Häufigkeit von Bewegungen messen – die Aktivität und Schlafzeit von 15 gestillten Säuglingen auf, deren Mütter entweder kurz vor dem Stillen ein bis drei Zigaretten geraucht oder einen ganzen Tag lang auf den Glimmstängel verzichtet hatten. Vor dem Stillen hatten die Wissenschaftler die Menge an Nikotin und Cotinin, einem Abbauprodukt des Nikotins, in der Muttermilch bestimmt.
Babys, die Nikotin mit der Milch aufnahmen, schliefen in dem Beobachtungszeitraum durchschnittlich 31 Minuten weniger. Die Menge an Nikotin in der Muttermilch stand im direkten Zusammenhang mit dem Ausmaß der Schlafstörung.
Der Nikotingehalt in der Milch hatte dagegen keine Auswirkung auf die Trinkmenge. Die Säuglinge schienen sich demnach nicht an dem Nikotingeschmack zu stören. Vorangegangene Untersuchungen zeigten, dass Kinder solche Geschmacksnoten besonders bevorzugten, die sie schon mit der Muttermilch zu sich genommen hatten. Menella befürchtet daher, dass der frühe Kontakt mit Tabak während der Stillzeit im späteren Leben den Reiz von Zigaretten erhöhen könnte.
Viele Mütter gewöhnen sich das Rauchen während der Schwangerschaft ab, um den Fötus nicht zu gefährden. Sobald das Kind geboren sei, fingen viele Mütter wieder mit dem Rauchen an, bemühten sich aber, ihr Baby vor Passivrauchen zu bewahren, so Mennella. Dass Nikotin aber auch über die Muttermilch von dem Säugling aufgenommen wird, sei vielen Müttern nicht bewusst. (as)



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