Die Illustration zeigt, wie die von Enceladus frei gesetzten geladenen Teilchen Polarlichter erzeugen: Sie bewegen sich vom Eismond ausgehend entlang magnetischer Feldlinien (hier weiß und lila) zum Pol des Gasriesen und hinterlassen dort einen ultravioletten Fußabdruck, der umso größer erscheint, je stärker der Teilchenstrom ist.
Zum anderen legen die Cassinidaten erstmals nahe, dass die Stärke der Leuchterscheinung tatsächlich mit der Stärke des Teilchenstroms von Enceladus variiert. Dies stützt die Theorie, dass der Eisvulkanismus des Mondes die eigentliche Ursache der Saturn-Polarlichter ist, ganz analog zu Io im Jupitersystem.
Auf der Erde resultieren Polarlichter durch die geladenen Teilchen des Sonnenwinds, die entlang der Magnetfeldlinien besonders am Pol in die Erdatmosphäre eindringen. In den sonnenfernen Regionen von Jupiter und vor allem Saturn sind Sonnenwindteilchen allerdings dünn gesät – hier würden Polarlichter fehlen, wenn die vom Gezeiteneinfluss der Gasriesen angekurbelten Eisvulkane von Io oder Enceladus nicht für einen steten Nachschub sorgen würden.
Die Auroras am Saturn werden im sichtbaren Licht von der Saturnoberfläche überstrahlt; im ultravioletten erscheint der Ringplanet dagegen vergleichsweise dunkel und die Polarlichter heben sich gegenüber der Oberfläche deutlich ab. (jo)





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