Zum Glück greifen sie jedoch alle auf das gleiche Repertoire zurück. c, cis, d, dis, e, f, fis, g, gis, a, b, h – mehr Variabilität hat eine gewöhnliche Tonleiter nicht zu bieten. Nach dem h folgt wieder ein c, das allerdings eine Oktave höher liegt. Womit die Töne eine Folge diskreter "Werte" bilden und folglich Objekt der analytischen Begierde von Mathematikern sind.
In Zahlen oder Diagrammen sieht so eine mathematisierte Melodie erwartungsgemäß abstrakt aus und lässt sich allenfalls von wenigen Experten interpretieren. Ein klein wenig anschaulicher – und vor allem viel schöner – wird der Datensatz dann, wenn man ihn geometrisch so darstellt, wie es Dmitri Tymoczko von der Princeton University und seine Kollegen nun getan haben.
Der Vergleich von geometrisierten Stücken verschiedener Komponisten wie Mozart und Beethoven verrät, dass bei aller Verschiedenheit die Musik trotzdem häufig eine ähnliche Entwicklung durchläuft. Auf Akkord X folgt gerne ein verwandter Akkord Y. Und selbst deren interner Aufbau bewegt sich stets in einem engen Rahmen, der nahe am so genannten "übermäßigen Dreiklang" (beispielsweise c, e und gis) liegt. In der räumlichen Projektion ist dies die Spitze der Pyramide, deren Basis aus gleichartigen Tönen sich westliche Komponisten kaum nähern.


Freier Journalist 




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