Dürreperioden in Marokko herrschten dabei meist parallel zu ausgeprägten Feuchtephasen in Schottland, was wiederum für ein starke Westwindzirkulation spricht, die vor allem im Winter milde, aber nasse Luftmassen nach Europa schafft. Diese Wetterlagen treten langzeitig stets dann auf, wenn die NAO in eine positive Phase tritt und sich die Luftdruckgegensätze zwischen Azorenhoch und Islandtief verstärken. Durch die omnipräsenten Tiefs aus dem Atlantik werden Kaltluftvorstöße aus arktischen Breiten abgeblockt, und Europa kann sich über gemäßigte Winter freuen.
Über Stalagmiten und Stalaktiten ermittelten die Forscher die Niederschlagsverhältnisse.
Die dem mittelalterlichen Wärmeoptimum nachfolgende so genannte Kleine Eiszeit, die bis etwa 1850 anhielt und während der in Europa wegen unterkühlter Witterungsbedingungen Missernten an der Tagesordnung waren, wurde demnach ebenfalls durch die NAO mit verursacht: Sie schwächte sich ab und wechselte auch immer wieder in eine negative Phase. Die Druckgegensätze zwischen Azorenhoch und Islandtief schwanden, weshalb sibirische Kältehochs mit eisiger Luft des Öfteren auf Westeuropa übergreifen konnten. (dl)






drucken





MENSCHEN-BILDER |
Landschaft & Oekologie |
Mente et Malleo |
Polarstern unterwegs |
WIRKLICHKEIT |
Robotergesetze |
NeuroKognition |
bildungslücke |
braincast |
Fischblog |
Detritus |
Uhura Uraniae | 






1. Mittelalterliches Klimaoptimum durch die Sonne?
28.04.2009, Jens Christian HeuerBei einer erhöhten Sonnenaktivität nimmt die UV-Strahlung im Gegensatz zur Gesamtstrahlung deutlich zu. Das bringt automatisch mehr Ozon in der Stratosphäre. Durch die bei höherer Sonnenaktivität gesteigerte Brewer-Dobson-Zirkulation gelangt zudem mehr Ozon von den Tropen in die mittleren Breiten. Beides zusammen führt zu einem erhöhten stratosphärischen Temperaturgradienten im Winter, so dass der stratosphärische Jet und damit auch der Polarwirbel stärker werden.
Dadurch wird der troposphärische Jetstream ebenfalls verstärkt und mäandert weniger. Das ist gleichbedeutend mit einem Trend zum positiven Modus der Arktischen Oszillation (AO) bzw. Nordatlantischen Oszillation (NAO). Durch die dann eher zonale Zirkulation gelangen, wie in Ihrem Beitrag beschrieben, milde und feuchte Luftmassen mit den Westwinden nach Europa. Die polare Kaltluft wird durch den kräftigen Jetstream wie von einer Mauer eingeschlossen, so dass es nur selten zu polaren Kaltluftausbrüchen kommt. Die dadurch milderen Winter schlagen in Richtung einer steigenden globalen Durchschnittstemperatur durch. Das mittelalterliche Klimaoptimum wäre dann zumindest ein die ganze Nordhalbkugel betreffendes Phänomen gewesen.
Viele Grüße
Jens Christian Heuer
http://wetterjournal.wordpress.com