Zwar wird sich ihr neu gewonnenes Wissen über Alpha-Teilchen womöglich ebenso schnell verflüchtigen wie deren Spuren in der Nebelkammer – aber immerhin sind sie ihnen schon einmal durch den Kopf gegangen, scheinen sich die Macher von "Explore Science" zu sagen: Nicht Wissen zu vermitteln steht im Vordergrund, sondern Begeisterung zu wecken für naturwissenschaftliche Phänomene und Experimente.
In verschiedenen Wettbewerben sollen Schülerinnen und Schüler ihr physikalisches Geschick unter Beweis stellen.
Seit 2007 organisiert die vom Mitgründer des Softwareriesen SAP ins Leben gerufene Klaus-Tschira-Stiftung die "naturwissenschaftlichen Erlebnistage" – mit enormen Aufwand und viel Sinn für Perfektion. Die Kombination aus Show und Ausstellung dauert vom 14. – 17. Juni und hat in diesem Jahr die "Welt der Elemente" zum Themenschwerpunkt. Vom Kindergartenkind bis zum Abiturient mögen alle auf ihre Kosten kommen, "und keiner soll etwas bezahlen müssen", sagt Ausstellungskoordinator Klaus Bissinger: Eintrittskarten gibt es kostenlos im Internet.
"Edutainment" für jung
Der Veranstaltungsort ist ideal gewählt. Auf dem Gelände des Mannheimer Luisenparks verteilen sich die Besucherströme. Hier gibt es, sofern das Wetter mitspielt, reichlich Platz zum Austoben und zwischendurch lädt eine riesige Spielwiese zum Picknick ein. Dazu ein Open-Air-Theater und eine Ausstellungshalle mit einer weiteren Bühne – genügend Platz für eine Vielzahl unterschiedlicher Programmpunkte.
Eher für Mittel- und Oberstufenschüler dürften die Vorträge sein, die täglich auf der "Seebühne" stattfinden. Hier referierte passend zum Themenschwerpunkt beispielsweise der Generaldirektor des CERN, Rolf-Dieter Heuer, über die Frage "Was die Welt zusammenhält". Aber auch andere renommierte Wissenschaftler und Didaktiker stellen ihre Fachgebiete vor.
In der Ausstellung "Der atomare Zoo" gibt es – neben der bereits erwähnten Nebelkammer – noch zahlreiche weitere faszinierende Exponate zu bestaunen. Entwickelt wurde sie vom Schweizer Science-Center Technorama. Jetzt ist sie erstmals auch in Deutschland zu sehen. Hier tastet beispielsweise ein Rastertunnelmikroskop live die Atome einer Probe ab. Detektoren zeigen an, wo sich Materie und Antimaterie gegenseitig vernichten. Und das "Molekulare Mischpult" veranschaulicht Schwingungen in Molekülen. All das gibt es zum Anfassen, Knöpfchen-Drücken und Selbermessen.
und ein bisschen älter.
Bei Installationen wie "Harte Gammaquanten" und "Kurzlebige Myonen" geht es allerdings ans Eingemachte. Hier könnte auch ein Leistungskurs Physik seine rechte Freude haben. "Leider kommen nur sehr wenige Oberstufenschüler vorbei", erzählt einer der Präsentatoren. Den Exponaten sind Grüppchen von Abiturienten und Studenten zugeteilt, die jedermann gerne Auskunft geben, aber oft genug einsehen müssen, dass sich höchstens die erwachsenen Begleitpersonen für ihre Erklärungen interessieren.
Zahlreiche Schülergruppen beteiligten sich am Wettstreit um die besten technischen Problemlösungen, die in verschiedenen Kategorien ausgetragen wurden.
Fünf knifflige Aufgaben
Mit- und Selbermachen konnte man übrigens auch schon im Vorfeld: Rund 500 Schülergruppen der 5. bis 13. Klasse haben sich an einem Wettbewerb der Veranstalter beteiligt und sich einer der fünf keineswegs trivialen Aufgaben gestellt.
Da hieß es beispielsweise, das tragfähige Modell einer Molekülkette zu basteln oder ein vorgetäuschtes Perpetuum mobile zu bauen. Andere wiederum wagten sich an eine Stofftrennungsmaschine, die innerhalb von vier Minuten eine Mischung aus Kügelchen in ihre Bestandteile sortiert. Sei es nun die klapprige Föhn-Sieb-Kombination oder der High-End-Sortierer mit Servo-Technik – alle Einreichungen wurden jetzt auf der Veranstaltung nach Kreativität und Effektivität begutachtet, und die Sieger der Einzeldisziplinen prämiert.
Noch lockt die Veranstaltung vor allem Klassen aus der Region an. Für die Zukunft erhoffen sich die Macher von der Klaus-Tschira-Stiftung den Interessentenkreis noch weiter auszudehnen. Vor allem an den Wettbewerben könnten mehr Gruppen aus ganz Deutschland teilnehmen, heißt es. Denn wer darauf spekuliert, mit seinem Selbstbau ganz vorne dabei zu sein, für den könnte sich die weitere Anfahrt erst recht lohnen – und vielleicht klappt es ja sogar, über das Preisgeld die Fahrtkosten wieder einzuspielen.






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