„Das letzte Seminar, das in einem prächtigen und nicht abgebrannten Haus nahe Riken stattfand, war Theorien über Elektronenschauer gewidmet… Die Seminare fortzusetzen war schwierig, da Minakawas Haus im April vom Feuer zerstört und das Labor im Mai schwer beschädigt worden war. Im Juli übersiedelte das Labor in ein Dorf bei Komoro; vier Physikstudenten, mich eingeschlossen, lebten dort. Auch Tatuoki Miyazima zog in dieses Dorf, und bis Ende 1945 setzten wir dort unsere Studien fort.“

Satio Hayakawa, Astrophysiker an der Universität Nagoya

Zwischen 1935 und 1955 gab es in Japan eine kleine Gruppe von Wissenschaftlern, die sich mit ungelösten Problemen der theoretischen Physik beschäftigte. Die Männer brachten sich nicht nur die Quantenmechanik im Selbststudium bei, sondern sie entwickelten auch die Quantentheorie des Elektromagnetismus und postulierten die Existenz neuer Teilchen. Ihre Lebensumstände waren zumeist ein Durcheinander, ihre Wohnungen zerstört und ihre Mägen leer. Aber die schlechten Zeiten für Physiker wurden zu einer Blütezeit der Wissenschaft. Während Japan nach dem Krieg durch Zerstörungen gelähmt war, brachten Physiker des Landes zwei Nobelpreise nach Hause.

Ihre Erfolge waren um so erstaunlicher, als die japanische Gesellschaft erst wenige Jahrzehnte davor überhaupt mit moderner Naturwissenschaft in Berührung gekommen war. Der amerikanische Flottillenadmiral Matthew Perry (1794 – 1858) erzwang 1854 mit seinen Kriegsschiffen die Öffnung des Landes für den internationalen Handel und beendete damit zwei Jahrhunderte der Isolation. Japan begriff, daß es ohne technischen Fortschritt militärisch schwach bliebe. 1868 zwang eine Gruppe gebildeter Samurai den regierenden Shogun, die Macht wieder an den Kaiser zurückzugeben, der zuvor als bloßer Repräsentant gewirkt hatte. Die neuen Machthaber schickten ihre jungen Leute nach Deutschland, Frankreich, England und Amerika, damit diese dort Sprachen, Natur- und Ingenieurwiss