Evaluierung geowissenschaftlicher und wirtschaftlicher Bedingungen für die Nutzung hydrogeothermaler Ressourcen" ist der Titel einer breit angelegten Studie unter Federführung des GeoForschungsZentrums Potsdam (GFZ), deren Ergebnisse nun präsentiert wurden. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung förderte das Projekt mit 3,7 Millionen Mark. "Diese über drei Jahre laufende Untersuchung in Kooperation mit Kollegen von der Universität Karlsruhe, der Bergakademie Freiberg, der TU Berlin und der Universität Stuttgart", erläutert Projektleiter Ernst Huenges vom GFZ, "wurde in interdisziplinärer Zusammenarbeit von Geowissenschaftlern, Ingenieuren und Wirtschaftswissenschaftlern durchgeführt – ein Novum bei Geothermie-Projekten."

Unermeßlich reiche Energiereserven liegen unter unseren Füßen, als Wärme gespeichert im Gestein. Bergleute merkten es zuerst: Je tiefer sie sich vorarbeiteten, desto wärmer wurde es. Nach einer Faustregel nimmt die Temperatur pro Kilometer um 30 Grad Celsius zu. Demnach herrschen in 1000 Meter Tiefe etwa 40, in 3000 Meter schon 100 Grad.

Die Wärme, die aus dem mehrere 1000 Grad heißen Erdinnern laufend nachgeliefert wird, steigt zur Erdoberfläche auf, kommt dort jedoch, weil Stein gut isoliert, gewöhnlich nur in dünnem Strom an. Wärmeflußmessungen ergaben einen globalen Mittelwert von etwa 63 Milliwatt pro Quadratmeter. Das ist weniger als 1/20000 dessen, was die Sonne unserem Planeten an Energie zuführt. Von wenigen Regionen abgesehen, in denen es an oder dicht unter der Oberfläche brodelt, muß man der Erdwärme weit entgegenkommen, um etwas von ihr zu haben.

Für die Stromerzeugung in Wärmekraftwerken wird mindestens 150 bis 170 Grad heißer Dampf gebraucht. Nirgendwo in Deutschland gibt es, wie etwa in der Toskana, auf Island oder Neuseeland, in leicht erreichbarer Tiefe so heiße Wässer, daß ihr Dampf die Turbinen eines Kraftwerks antreiben könnte. Doch derart hohe Temperaturen sind laut Huenges für eine Nutzung geo