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Lexikon der Neurowissenschaft |
Adenosin s [von griech. aden = Drüse], Abk. A, seltener Ado, E adenosine, ein Purinnucleosid, das aus der Purinbase Adenin und β-D-Ribose aufgebaut ist ( siehe Abb. ). Es ist Bestandteil von Ribonucleinsäuren sowie von Coenzymen und Nucleosidantibiotika und spielt eine Rolle als Neuromodulator (im Gegensatz zu ATP [Adenosintriphosphat] ist es also kein Neurotransmitter) im Nervensystem. Aus Nervenzellen wird Adenosin z.B. immer dann freigesetzt, wenn der Energiebedarf der Neurone die Energieversorgung übertrifft. Ein Beispiel hierfür wäre der Sauerstoffmangel bei Minderdurchblutung (Ischämie), wie er im Gehirn als Folge eines Gefäßverschlusses (Schlaganfall) auftreten kann. Die Freisetzung selbst geschieht nicht wie bei einem Transmitter über die Exocytose von Speichervesikeln, sondern über Transportproteine. Letztere entfernen normalerweise Adenosin aus dem Extrazellulärraum. Unter Ischämiebedingungen werden die intrazellulären Adenosinkonzentrationen aber so hoch, daß es zu einer Transportumkehr kommt. Eine weitere Quelle für extrazelluläres Adenosin bildet der Abbau des freigesetzten Neurotransmitters ATP durch Ektoenzyme der Zellmembran (Ekto-ATPasen, 5´-Nucleotidase). Ist Adenosin in den Extrazellulärraum gelangt, kann es dort vorhandene P1-Rezeptoren (Adenosinrezeptoren, ATP-Rezeptoren) aktivieren.
Adenosin
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